Großer St. Bernhard
(Col du Grand St. Bernard)

Scheitelhöhe / Höhenunterschied

2473 m (ADAC) / 2469 m (Denzel, 21te. Ausgabe)
von Martigny (CH) ca.
2000 m !!! / von Aosta (I) ca. 1900 m !!!

Straßentyp

Gut bis sehr gut ausgebaute Passstrasse mit Randabsicherungen an Gefahrstellen, oberhalb des Tunnels gehäuft Strassenschäden (schweizer Seite)

Straßenbelag / -güte

Asphalt (durchgehend) / überwiegend staubfrei / einige Belagwechsel und Strassenschäden

Anforderungsgrad (siehe Link)

AS 2 bis/nach Abzweig zum/vom Tunnel danach AS 2 - AS 3   (anspruchsvoller zu befahren / bedingt für Einsteiger)

Geöffnet von/bis (laut ADAC)

Mitte Juni bis Anfang November

Fahrbahnbreite

6 - 7 m  auf der Tunnelzufahrt / 4.5 - 7 m Passzufahrt

Kehren

11 Nordrampe /  19 Südrampe = 30 Kehren (Eigene Zählung, 08.2004)

Länge der Strecke

78 km von Martingny (CH) bis Aosta (I)

Steigungsmaxima

Von beiden Seiten max. 11 %
(ADAC / Denzel, 21te Ausgabe)

Anfahrts-Empfehlung

Von Norden über Martigny (CH)

Anfahrts-Alternative

Von Süden über Aosta (I)

Denzel-Kennziffer

217 (Denzel, 21te Ausgabe)

Tips und Hinweise

Diese Passstrasse liegt weit ab von den üblichen Routen für Biker. Wer jedoch in die Westscheiz kommt sollte hier mal einen Abstecher machen. Hervorzuheben ist das landschaftlich sehr reizvolle Val Ferret und der Blick auf die Ostflanke des Montblanc-Massivs (falls das Wetter mitspielt). Der Name des Passes geht auf den heiligen Bernhard von Menthon zurück, der hier im 11. Jh. ein Hospitz gründete. Berühmt sind die von den Mönchen gezüchteten Bernhardinerhunde, die seit Jahrhunderten zur Rettung von Pilgern und Wanderer eingesetzt wurden. Auf der Passhöhe passiert man in schneller Folge die schweizer und italienische Grenze. Die Strasse im Vale del Gran San Bernardo ist sehr kurvenreich. Hier wird Weinbau fast bis in 1000 m Höhe betrieben.

Meine Bewertung

Diesen Pass haben wir uns am 10.08.2004 auf der Schweiz/ Frankreich/Italien Runde gegeben. Die Anfahrt dorthin haben wir auf Nebenstrecken am Nordhang des Aostatales bestritten, was eine sehr gute Entscheidung war. Die Nebenstrassen waren menschenleer, super ausgebaut, extrem kurvig und landschaftlich der Hammer. Das Vorankommen ist eher mühsam, aber das Panorama und die ständig wechselnde Landschaft entschädigen für alles.
Die Südrampe der Gr. St. Bernhard ist recht gut ausgebaut, vermittelt aber im Mittelteil einen eher provisorischen Charakter. Der Grip ist OK bis gut, leider im Wald etwas unübersichtlich. Das obere Drittel der Südrampe ist super zu fahren. Der Tunnel bzw. dessen überdachte Anfahrt verschandelt die ganze Landschaft. Die Passhöhe ist nicht gerade schön, vor allem wg. der Zollstation und dem Massenauflauf. Das Hospiz liegt auf der schweizer Seite, auch hier war viel Trubel. Die Abfahrt über die Nordrampe war recht nett, aber die Strasse entspricht nicht gerade schweizer Standard. Sehr viel Strassen- schäden und Belagwechsel. Teilweise fährt man auch in der Überdachung + Lawinengalerien des Tunnels auf schweizer Seite. In der unteren Hälfte dann bessere Strassenverhältnisse. Neben der Strasse gibt es immer wieder Obst-Stände, die unbedingt angefahren werden sollten - schmackhaftes und frisches Obst aus der Region !
Fazit : So ein Pass muss einfach befahren werden, auch wenn er nicht der Hammer ist. Bei schlechtem Wetter würde ich aber davon abraten !

Gefahren und besondere Hinweise

Auf der Nordrampe (CH) guter Ausbauzustand bis 1900 m, danach Beginn der eigentlichen Passstrasse mit mässigem Belag. Auf der Südrampe (I) schmalere und schlechtere Fahrbahn bis 1600 m (Tunnelportal). Es geht auf weit über 2000 m, deshalb Vorsicht wegen stark abnehmenden Temperaturen = weniger Grip !

Bilder

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Wallis (CH)
Aostatal (I)